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Powderwelsch mit altem Kumpel oder die neue Freude am Skifahren

 Es ist immer wieder schön, wenn man merkt, dass man gute Freunde hat und sich manche Dinge nicht oder nur wenig ändern. Mit Tommi ist es so. Mein alter wunderbarer Schulfreund, mit dem ich schon so manchen Schabernack veranstaltet habe.

Unter anderem Skifahren. Unseren ersten Skikurs mit der Schule haben wir mit 15 zusammen gemacht. Schon damals passierten spektakuläre Dinge bei der Kursfahrt, die vielleicht mal an anderer Stelle erzählt werden. Der Kontakt ist nie abgerissen und wir sind später noch einige Male zusammen Ski gefahren. Das Kuriose an unserer Beziehung ist, dass mein Desaster mit meinem Knie eng mit Tommi verbunden ist. Ja, ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass er indirekt Schuld daran ist, so von wegen negative Aura und Schwingungen und so'n Kram.

Das ganze fing damit an, dass ich im Zarten Alter von 16 Jahren Fußball im Verein spielte. Ein Spiel sollte in dem Dorf stattfinden, in dem Tommi damals wohnte. Die Stollen zu lang und der Platz zu schlecht - irgendwann knackte es im Knie und die Kreuzbänder waren durch. Operiert wurde ich von einem Schlachter namens Herold. Nach zweiwöchigem Klinikaufenthalt und einer merkwürdigen Operation war der Grundstein gelegt für ein künstliches Knie, mit dem ich heute unterwegs bin. In der Zwischenzeit gab es aber beim Skifahren noch diverse Verdrehungen und eine Verletzung beim Schulsport. Und immer war Tommi mit dabei. 

Nachdem wir also nun eine halbe Ewigkeit nicht mehr gemeinsam auf den Brettern standen, war es gestern endlich mal wieder soweit. Ich mit neuem Knie und der Hoffnung, dass dieses sich besser mit Tommi verträgt als das originale. Und ja, oh es war großartig. Zu dritt - Anja, seine Frau war auch dabei - fuhren wir ins tief verschneite Sauerland und ritten das Skikarussel von Winterberg ab. 








Die alte Freude am Skifahren war wieder neu geboren. Und diesmal ging nichts schief. Im Gegenteil: Es war das pure Vergnügen. Zuletzt waren wir gemeinsam dort, als überall noch Schlepplifte waren und man diese mit Pappkarten benutzen musste, in die an der Talstation ein Loch geknipst wurde. Auch hier gibt es wilde Geschichten, z.B. als wir bei einem zweitägigen Aufenthalt sicher waren, abends jemanden kennenzulernen, der oder vornehmlich die uns für die Nacht aufnahm. Das ganze endete dann mit einer furchtbar kalten Übernachtung im Auto bei Minusgraden. Und so weiter. Interessant ist, dass meine eigentliche Skikarriere z.B. als Skilehrer erst dann begann, als das Knie schon kaputt war und ich es eigentlich nie so richtig einsetzen konnte, zumindest nicht schmerzfrei. Darauf musste ich nun ein paar Jahrzehnte warten. Ich meine, was Lindsey Vonn kann, kann ich schon lange, nur nicht so gut und so schnell...

Die Rückfahrt war dann das eigentlich Haarsträubende an diesem tief verschneiten Wintertag. Auf dem Weg nach Hause blieb ich an einem Hang mit dem Auto hängen. Das Navi überzeugte mich, dass ich nicht die Autobahn nahm sondern über kleine Wege durch Wälder und über Hügel. Zu spät begriff ich, dass das es ja nicht weiß, welche Straßenbedingungen herrschten. Ich blieb kurz vor einer Kuppe hängen als vor mir ein Auto (der Depp) anhielt und ich kam nicht mehr vom Fleck. 

Mitten in der Pampa. Doch ich hatte Glück: Direkt davor standen ein paar Jungs mit einem Traktor und zogen reihenweise Autos über die Kuppe, denen es genauso ging wie mir. Der Rest der Fahrt verlief reibungslos wenn auch langsam.  War mir aber egal, denn der ganze Tag war einfach großartig und irgendwie - geschichtsträchtig. 




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