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Warum Weihnachten gut ist.

Weihnachten ist schön. Nicht, weil es das Fest der Liebe, unser Heiland da geboren und weil es die wichtigste Party in unserem Kulturkreis ist. Vielmehr wurde Weihnachten schon lange ein bunter Mantel umgelegt, auf dem Cocal Cola draufsteht, Stars and Stripes und Glitzer und Glimmer aufgedruckt sind. Aus diesem Grund ist Weihnachten eigentlich nicht gut. Ganz und gar nicht gut. Und spätestens wenn der Mensch in die Pubertät kommt und über ein einigermaßen ausgeprägtes Denkvermögen verfügt - zumindest in den meisten Fällen jedenfalls - muss er erkennen, dass Weihnachten ein entartetes Ereignis ist. Schade eigentlich und der Grund warum so viele Menschen so genervt und gestresst sind. Doch kaum ist Heiligabend gelaufen, beginnt das wahre Wunder der Weihnacht, denn schlagartig - eigentlich von einer Stunde zur anderen - versinkt die Welt in einem komatösen Schlummer, aus dem sie erst wieder in den ersten Januartagen erwacht. Es ist nicht wie ein langsamer Sonnenuntergang bei dem der Tag ganz sanft in die dunkle Nacht übergeht, nein, es ist als ob jemand den Schalter knipst und das Licht ausmacht. Das Schönste an dieser Zeit ist, dass die ganze Welt dasselbe tut (bis auf die, die gerade kein Weihnachten feiern), nämlich: nichts. Alle dösen ein paar Tage vor sich hin, die Wirtschaft steht still, die Infrastruktur spielt sich innerhalb der eigenen vier Wände ab. Und das heißt: Man kann sich dem Müssiggang widmen. Und das ohne irgendwie irgendwelche Sauerein zu erwarten, die sich hinter dem eigenen Rücken zusammenbrauen und irgendwann mit Gewalt über einen herfallen. So, wie das ab und zu vorkommt, wenn man zwei Wochen Urlaub gemacht hat, der Rest der Welt weitergeackert hat und man nach drei Tagen Arbeit eigentlich schon wieder urlaubsreif ist. Ist die Vor-Weihnachtszeit vielleicht die stressigste im ganzen Jahr, ist die Nach-Weihnachtszeit die entsptannteste. Und schön ist dabei auch, dass jeder, der einem zwischen den Jahren irgendwie krumm kommt oder irgendwelche Forderungen stellt, auf keinen Fall ernst genommen werden und mit kalter Schulter ignoriert werden kann. Inklusive zum Beispiel dem Finanzamt.
Wirklich seltsam: Freuen sich Kinder auf die Zeit davor, vergehen die Tage bis zum heiligen Abend unterträglich langsam und ist es so traurig, wenn dann alles vorbei ist, verhält es sich es bei Erwachsenen genau umgekehrt: Je dichter Weihnachten rückt, desto rasender vergeht die Zeit und gemütlich wirds erst danach, wenn eigentlich alles vorbei ist. Und darauf freuen sich dann die großen. Weihnachten ist schon irgendwie ein seltsames Fest.

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