12. November 2012

Immer alles in Wellen

Einiges in Scherben zur Zeit

Da war doch offenbar nicht nur rein zufällig im letzten Beitrag der Spiegel das Thema. Es geht weiter damit. Doch dazu später mehr. Wenn etwas passiert, kommt es geballt. Warum ist das immer so? Oft gleichen sich dann die Ereignisse. Will sagen: Wenn einmal was schiefgeht, geht alles schief. Wenn ein Glas herunterfällt, fällt ein Teller hinterher - oder so. Derzeit ist wieder so eine Phase.

Es begann damit, dass zunächst die Kamera kaputtging. Zu dicht an einem Laser gefilmt. Was eigentlich laut Optischem Forschungsinsitut Remagen kaum sein kann aber es ist nun mal passiert. Dann ging das Auto kaputt. Motorschaden. Obwohl es kurz zuvor bei der Inspektion war. Ein beträchtlicher Schaden. Als dann das Büro umzog und - tadaaaa - alles installiert war, fehlte noch die Verbindung aller elektronischen Geräte mittels USB. Alle wurden an einen Verteiler, in der Fachsprache USB-Hub, angeschlossen, Strom Floß und - nichts mehr. Jegliches Gerät, das an diesem Teufelsding hin, gab seinen Geist auf. Also zwei sündhaft teure Apple Rechner und Festplatten. Dabei natürlich die wichtigste Festplatte überhaupt mit sensiblen Daten, deren Backup ich bisher versäumte, aber eigentlich kurz vorher fast gemacht HÄTTE aber aus irgendwelchen unerfindlichen aber triftigen Gründen eben nicht gemacht HABE. Wie auch immer, durch diese Verkettung ungünstigster Ereignisse wurde alles zerstört, was in meinem Besitz irgendeinen nennenswerten Wert hatte. Gesamtschaden um die 20.000 Euro. Glücklicherweise wurde das meiste über irgendwelche Garantien, Zusatzversicherungen oder - im Falle des Wagens - durch die Kulanz des Herstellers geregelt. Na gut, kann passieren, braucht aber kein Mensch. Übrigens noch eine Warnung an alle, die im Ruhrgebiet wohnen und im Besitz eines Apple Computers oder mit Apple Betriebssystem formatierten Festplatten sind: Wenn mal was ist, geht unter keinen Umständen damit zur Firma BoBit in Bochum. Dort schafft man es, die Festplatte, die es zu retten gilt, so zu behandeln, dass selbst ein Computerlabor es später nicht mehr schafft, aus den Datenbrocken, die BoBit übrig lässt irgend etwas Zusammenhängendes zu basteln. Doch dazu an anderer Stelle eventuell mehr.

Nun eine neue Welle, die fast noch ärgerlicher ist. Ging denn die erste Phase, in der alles mögliche zu Bruch ging, auf das Konto irgendwelcher technischer Zufälle, wird es jetzt so richtig gefährlich. Denn jetzt sind es Menschen aus Fleisch und Blut (über das Vorhandenseins von Hirn ist man sich im ein oder anderen Fall nicht sicher). Ein Vierteljahr nach Übernahme der Kosten für die Instandsetzung des gebeutelten Autos kam ein Anruf der Werkstatt. Der Hersteller zieht die Kulanz zurück, der Schaden müsse dann doch vom Kunden selbst getragen werden. Ein Vierteljahr nach der Zusage? Hallo? Grund: die erste Inspektion wurde etwas zu spät durchgeführt. Da aber zum Zeitpunkt der Zusage alle Unterlagen, die eine Entscheidung gegen die Übernahme damals schon möglich gemacht hätten, vorlagen, ist die Sache noch nicht ausgestanden und wird möglicherweise durch Rechtsanwalt Oli weiter verfolgt, der sich gemeinhin einen Sport daraus macht, die Welt von Ungerechtigkeiten zu säubern und somit zu retten. Nächster Fall: Man zeigt sich geneigt, die Bank zu wechseln. Weg von der Anonymen Großbank, bei der man keinen Ansprechpartner hat und alles über Telefon und Internet regelt. Hin zur Provinzbank um die Ecke, wo man sich kennt, mal ein Auge zudrückt und auch mal ein privates Wort wechselt. Einzige Bedingung: Das von der anonymen Großbank gönnerhaft genehmigte sehr hohe Dispolimit sollte ebenfalls eingeräumt werden. Kein Problem, meint der Betreuer. Als dann das Konto eröffnet ist, lässt er die Katze aus dem Sack: Es könne ja sein, dass der Kunde - Gott bewahre und überhaupt sei das ja nur ein klitzekleines Risiko - spontan verstirbt und dann die Bank auf dem überzogenen Konto sitzenbleibt. Das muss natürlich abgesichert werden. Zum Beispiel durch eine Versicherung, die horrendes Geld pro Jahr verschlingt. Oder durch eine Lebensversicherung, die im Falle des Hinschieds eintritt. Unfassbar. Und sowas erfährt man dann, wenn es quasi kein Zurück mehr gibt. Der gute Mann hat bisher nicht verstanden, dass der Kunde gern die Bank wechseln MÖCHTE aber keinesfalls MUSS. Auch dieser Fall ist noch in Mache. Und dann das nächste Ärgernis: Es gibt da einen wunderbaren Schrank (s.o.). Der hat auf der Vorderseite einen aufgeklebten Spiegel und auf der Rückseite das, was alle Schränke haben sollten: Regalfächer. Man kann ihn drehen und wahlweise in die Vorder-  oder Rückseite schauen. Je nachdem, wonach einem gerade ist oder was man benötigt. Höchst praktisch und vor allem ein Sinnbild von Ökonomie und der Ausnutzung von Raum. Ein solcher Schrank zierte bis gestern das Badezimmer. Beim Eintreffen in der Wohnung dann bot sich ein Bild der Verwüstung. Der Spiegel hatte sich vom Schrank gelöst und lag zerdeppert auf dem Boden. Nach dem Anruf beim Händler, wo das Ding kurz zuvor Erworben wurde, wurde der Fall an die zuständige Sachbearbeiterin weitergeleitet, die sich melden wollte. Das tat sie auch vial Email mit folgendem Wortlaut: "...wir würden Ihnen einen Preisnachlass in Höhe von € 50,00 anbieten
auf den defekten Bad-Schrank." Ausgezeichnet, Frau Gaumann (so der von der Redaktion abgeänderte  Name der kompetenten Servicakraft) Für 50 Euro verzichtet man gerne schonmal auf sein Spiegelbild bzw. nimmt die kleine Funktionseinschränkung des Designermöbels in Kauf. Es fiel etwas schwer, nicht gleich den Hörer in die Hand zu nehmen, um nachzufragen, ob noch alles in Ordnung ist und ob man helfen kann. Ehrlichgesagt, es ist auch nicht gelungen. Gottseidank war sich Frau Gaumann offenbar der Absurdität ihrer Antwort durchaus bewusst und machte sich unmittelbar nach Absenden der Email aus dem Staub, um nicht gleich dem Zorn des Kunden und der damit verbundenen Beschwerde bei höheren Instanzen und der damit einhergehenden fristlosen Kündigung zu entgehen, denn sie war eine Minute danach nicht mehr zu erreichen (So viel zum Thema "Durchatmen und erstmal sacken lassen").
Man musste es also bei einer etwas zynisch formulierten Antwort-Email und einem Anruf bei einer Kollegin belassen, der mehr als durchblicken ließ, was man von Frau Gaumanns Lösungsansätzen zu komplexen Fragestellungen hielt. Sind denn alle zurzeit vollkommen durchgeknallt?
Übrigens, laut Definition Wikipedia bin ich ein Misanthrop. Das hätte ich auch ohne diese Vollidioten bestätigen können.

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