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Die Wahrheit der Presse

Marina Weisband im Fokus der Medien
Es ist ja bekannt, dass man nicht alles glauben soll, was in der Zeitung steht. Dieser Fall hier ist ein erneuter Beweis für die Macht der Presse, vor allem aber für das Phänomen, dass eine Tatsache, die ein gewisses Potenzial an Brisanz in sich bergen könnte, wenn man die Geschichte anders erzählen würde, dennoch so an Fahrt aufnimmt, dass daraus irgendwann ein spektakulärer Pressebericht wird.
"Aufgebauscht" nennt man das verharmlost. Wobei ein "Bausch", zum Beispiel ein Wattebausch, durchaus in keinem Verhältnis zu der Härte steht, mit der seine Auswirkungen die Protagonisten treffen können. Insofern muss man sich eigentlich schämen, selbst zur schreibenden und verbreitenden Zunft zu gehören. Die Presse nimmt sich das, was sie braucht. Ist ein Fall nicht reißerisch genug, wird so lange ein bisschen Schärfe zugegeben, bis er irgendwann - meist von der Blöd-...äh... Bildzeitung - bis zur Ungenießbarkeit verwürzt wird.
Im folgenden Fall lässt sich das sehr schön nachvollziehen. Marina Weisband, die (noch) politische Geschäftsführerin der Piratenpartei ist russische Jüdin und wird angeblich mit antisemitischen Mails aus der rechten Szene bombardiert. Heute ist Folgendes zu lesen:



Antisemitische MailsWeisband von Rechten bedroht

Piratenpartei-Geschäftsführerin Weisband berichtet von den Randerscheinungen des Aufstiegs der jungen Partei. Die 24-jährige Jüdin sieht sich regelmäßig antisemitischer Hetze in Form von E-Mails aus der rechten Szene ausgesetzt. Derweil betont sie nochmals: Ihr Rückzug aus der Politik ist nur vorübergehend.
Die scheidende politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, ist wegen ihres jüdischen Glaubens in E-Mails beschimpft worden. "Ich habe Hass-Mails bekommen, auf rechtsextremistischen Webseiten wurde mein Foto veröffentlicht", sagte Weisband der "Bild am Sonntag". "Daneben standen Texte darüber, wie die Juden jetzt die deutsche Parteienlandschaft erobern würden."

(Quelle: n-tv)
Sie selbst schreibt dazu auf facebook: 

Da möge man sich nun selbst ein Urteil bilden.

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